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Dienstag, 10. Februar 2015

Blähbauch.

Hey, meine Wölfchen! Ich hoffe, euch geht's gut. Bei uns ist strahlend blauer Himmel, frische Winterluft und angenehme Temperaturen. Mir geht's..so lala. Ich bin die letzten Tage irgendwie nur am Essen und habe das Gefühl, zehn Kilo zugenommen zu haben. Zumindest sieht es gefühlt so aus, haha. Einerseits finde ich es schlimm, andererseits interessiert es mich aber auch gar nicht. Genug von mir, heute geht es wieder um ein Sachthema. Ich habe auf Ask schon öfter die Frage bekommen, was man gegen einen Blähbauch tun kann, wie man ihn vermeiden kann, etc. Ich habe mal ein paar Tipps zusammengetragen und hoffe, dass ich euch damit helfen kann :).



Mögliche Ursachen für einen Blähbauch

Häufig liegen die Ursachen bei der Ernährung, aber es gibt auch andere Auslöser. Mangelnde Bewegung, entzündliche Prozesse im Magen-Darm-Trakt oder Darmparasiten können ebenfalls Schuld daran sein.
In vielen Fällen sind blähende Speisen und Getränke wie Knoblauch, Kohlgemüse und Lauch, aber auch Sprudelwasser, Bier und Kaffee der Auslöser für einen aufgeblähten Bauch, denn diese Nahrungsmittel enthalten bestimmte Stoffe, die die Gasproduktion im Darm anregen und den Bauch dadurch dick werden lassen. Dies trifft in besonderem Maße auch auf Hülsenfrüchte (Erbsen, Bohnen, Linsen etc.) zu, denn hier können spezielle Zuckermoleküle nicht vom Dünndarm verarbeitet werden, stattdessen erfolgt erst im Dickdarm die Zersetzung durch Bakterien.Wer also besonders auf eine gesunde Ernährung achtet und beispielsweise am Morgen ein Müsli, mittags Salat und am Abend Vollkornbrot isst, bekommt daher schneller und häufiger einen Blähbauch – denn ballaststoffreiche Lebensmittel sind zwar sehr gesund, haben aber auch eine vermehrte Gasbildung zur Folge.

Auch eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) kann der Auslöser für einen Blähbauch sein, bei der es entweder direkt oder zeitlich verzögert nach dem Verzehr von Milch und milchzuckerhaltigen Speisen zu Verdauungsproblemen kommt.

Was hilft gegen einen Blähbauch?

- Du solltest deine Ernährung beobachten. Nach welchem Essen hast du einen Blähbauch? Versuche, es mit Alternativen zu ersetzen.
- Ein Spaziergang nach dem Essen. Verdauungsspaziergänge heißen nicht umsonst so :D.

- Anis-Fenchel-Kümmeltee hilft ebenfalls gegen einen Blähbauch, ebenso Anisschnaps.

- Eine Wärmflasche und eine kreisende Bauchmassage sind ebenfalls hilfreich, um die Verknotung  zu lösen.

- Würze deine Speisen mit verdauungsfördernden Gewürzen, wie Anis oder Kümmel.

- Verzichte auf Rohkost. Gedünstetes Gemüse bekommt dir besser.

- Iss möglichst langsam, damit du überflüssiges Schlucken von Luft beim Essen vermeidest.

- Nimm ausreichend Flüssigkeit zu dir, am besten stilles Wasser oder Tee.

- In lauwarmes Wasser zwei Teelöffel naturtrüben Apfelessig einfüllen, das Ganze mit einem Teelöffel Honig süßen und dann nach dem Essen trinken, verhindert die Blähungen sehr schmackhaft.

- Fünf kleine statt drei große Mahlzeiten am Tag einnehmen.

- Verzicht auf Nikotin.



Ich hoffe, der Post konnte euch ein kleines bisschen helfen! Ich wünsche euch allen eine schöne Woche und ganz viel Liebe! ♥ xoxo

Montag, 29. Dezember 2014

This shouldn't be the end. /Motivationstipps

Hey, meine lieben Wölfchen! Ich wünsche euch allen einen guten Start in die neue Woche. Bei uns hat es gestern endlich geschneit und darüber freue ich mich total. Endlich, endlich Schnee!

So..auf den Vorschlag einer treuen und sehr lieben Leserin hin, schreibe ich heute darüber, was ich mir letztes Jahr vorgenommen habe, was ich davon erreicht habe und was ich mir fürs nächste Jahr vorgenommen habe. Und außerdem ein paar Motivationstipps für euch. Okay..

Was ich mir letztes Jahr vorgenommen habe:

- 20 bis 30 Kilo abnehmen
- bis zu meinem Geburtstag im März 75 Kilo erreichen, optimaler wären aber 70.
- noch mehr lesen
- regelmäßiger bloggen
- mehr Disziplin zeigen
- ein paar Leute aus Ask treffen (wobei das eher mit Finanzen zusammhängt..)
- ein besserer Mensch werden
- meine Haare wachsen lassen
- Freunde in meiner Stadt finden (ich seh mich jetzt schon scheitern, haha)
- mit gewissen Dingen abschließen
- mich mehr pro Ana widmen

Was ich davon geschafft habe:

- mit gewissen Dingen abschließen
- noch mehr lesen

In allem anderen bin ich gescheitert, haha...ganz schön erbärmlich. Die 75 Kilo hatte ich zwar geschafft, aber erst sehr viel später. Statt Freunde in meiner Stadt zu finden, habe ich mich mehr denn je isoliert. Das einzig Gute, das ich nicht erreicht habe, war der letzte Punkt, die Vorsätze stammen alle noch von meinem alten Blog. Ich merke gerade, dass mein Vorsatz-Post auf den Tag genau ein Jahr her ist, haha.

Eigentlich finde ich es mittlerweile blöd, sich Vorsätze fürs Neue Jahr zu machen. Es kommt sowieso immer anders, als man will und denkt. Besonders, wenn man einfach kein Durchhaltevermögen hat, so wie ich. Fast ein ganzes Jahr lang habe ich mich wieder damit rumgeplagt, abzunehmen und habe nicht mal 5 Kilo geschafft. Seit vorgestern bin ich wieder vermehrt auf Pro Ana Blogs unterwegs...und ich höre sie immer deutlicher sagen, dass ich wieder damit anfangen sollte..denn damit habe ich mehr geschafft. Dass sie mir helfen wird, die letzten zehn bis fünfzehn Kilo zu schaffen und das nicht in einer Ewigkeit. Aber ich halte ihr Stand und ich hoffe, dass ich das weiterhin kann. Ich will nicht wieder zurück..und doch will ich es irgendwie schon. Blöder Zwiespalt..

Ziele für 2015:

- Ana nicht gewinnen lassen
- trotzdem abnehmen (70-65 Kilo erreichen)
- mein Leben auf die Reihe kriegen
- mehr zeichnen
- überleben

Keine großen Ziele, aber für mich schon fast zu groß, haha. Ich kann einfach nichts, worauf ich stolz sein könnte. Abgesehen von meinen Phasen, in denen ich selbstbewusst bin und mich dafür einsetze, dass auch andere sich so fühlen.
Und noch was..ich hätte meinen Optimismus gerne zurück, hat jemand ihn vorbeilaufen sehen?

Motivationstipps

Der wichtigste Schlüssel zur richtigen Motivation ist der persönliche Wille. Wenn man etwas wirklich will, dann hat man auch die Motivation, es umzusetzen. Dennoch gibt es noch ein paar weitere Wege, sich selbst für etwas zu motivieren.

Tipp 1: Klären, was wirklich getan werden muss

Bevor du dich an eine Aufgabe setzt, solltest du dir einmal über Folgendes klar werden: Muss das, was du tun musst, wirklich getan werden? Das klingt vielleicht seltsam, aber manchmal sperren wir uns gegen eine Aufgabe, weil wir unbewusst das Gefühl haben, dass diese Aufgabe nicht so wichtig ist, dass diese Aufgabe unnötig ist oder dass es doch gefälligst jemand anderes machen sollte.

Entscheide dich deshalb zu Beginn eindeutig für oder gegen diese Aufgabe. Vielleicht kannst du sie delegieren? Vielleicht ist sie wirklich nicht so wichtig? Dann lass es sein.
Aber wenn du etwas tun musst, dann entscheide dich bewusst und eindeutig für diese Aufgabe und tust du es.

Tipp 2: Finde heraus, was dich persönlich motiviert und nutze dieses Wissen

Finde heraus, was dich persönlich motiviert. Was motiviert dich besonders? Geld? Anerkennung? Wenn eine Aufgabe schwierig ist? Wenn du mit anderen zusammenarbeiten kannst? Was genau ist es, zu dem du dich hingezogen fühlst?

Wenn du weißt, was dich motiviert, kannst du deine Aufgaben danach gestalten. Angenommen, du musst eine Diplomarbeit schreiben und weißt von dir, dass du lieber im Team arbeitest. Dann kannst du dir Motivation schaffen, in dem du entweder ein “Diplomanden-Team” gründest oder versuchst, mit jemandem zusammen eine Diplomarbeit zu schreiben (in vielen Fachbereichen geht das). Es geht darum, dass du dir deine Aufgaben selbst gestalten kannst. Mach das nach deinen Bedürfnissen. Wenn du weißt, was dich motiviert, kannst du dieses Wissen zur Selbststeuerung nutzen.

Tipp 3: Motivation durch Visualisierung

Wenn du dich für eine Aufgabe motivieren willst, dann stell dir vor deinem geistigen Auge vor, wie du die Aufgabe mit Freude und Elan erledigst. Male dir das mit bunten Farben aus und denke an den Moment, in dem du diese Aufgabe bewältigt hast – wie gut und erleichtert du dich dann fühlen und wie stolz du bist.

Es gibt uns ein gutes Gefühl, wenn wir eine Aufgabe erledigt haben. Warum sollen wir dieses Gefühl nicht schon vorher nutzen, indem wir uns das Gefühl mit allen unseren Sinnen vorstellen? Was genau wirst du sehen, wenn du die Aufgabe erfüllt hast? Was wirst du hören? Wie wirst du dich fühlen? Was wirst du zu dir selbst sagen? Was werden andere zu dir sagen? Ist das nicht ein gutes Gefühl? So kannst du dich durch Visualisierungen sehr stark selbst motivieren.

Tipp 4: Achte auf deine Denkweise

Rede dir auf keinen Fall ständig selbst ein, dass du dich z.B. “nicht konzentrieren kannst”, oder dass du “diese Aufgabe nie bewältigen wirst”. So programmierst du dich darauf, keine Lust zu haben, zu scheitern oder weiter unmotiviert zu sein. Wenn du deine Gedanken nicht ausschalten kannst, schreibesie notfalls einmal auf ein Blatt Papier und zerreißn es dann. Das ist ein reinigendes Ritual, das uns von peinigenden Gedanken befreien kann.

Noch besser: rede dir ein, dass dir “die Aufgabe Spaß macht”, dass sie “ganz schnell erledigt ist”, oder dass es “ein Kinderspiel ist”. Auch wenn du nicht daran glaubst, programmierst du so dein Unterbewusstsein auf die neuen nützlichen Gedankengänge und schon sind dir diese Gedanken in Fleisch und Blut übergegangen.

Tipp 5: Motivieren durch Belohnungen

Sehr viele Menschen lassen sich durch Belohnungen motivieren. Du auch? Dann nutze das. Stell dir selbst Belohnungen für erfüllte Aufgaben in Aussicht – z.B. ein bestimmtes Buch, einen Kinobesuch, eine Massage oder ein paar Karten für das nächste Sportfinale. Such dir Sachen aus, die du wirklich gern hast oder tun würdest. Sag dir “Wenn ich diese zehn Akten bearbeitet habe, kaufe ich mir die CD, die ich mir schon solange wünsche.” oder “Wenn ich diesen Kurs erfolgreich abgeschlossen habe, belohne ich mich mit dem neuen Computerspiel.” Schreibe dirauf, womit du dich wofür genau belohnen wirst. Und das Allerwichtigste: Betrüge dich niemals selbst um deine Belohnung. Was du dir versprichst, musst du auch unbedingt halten.

Es gibt noch eine Reihe anderer Tipps, aber ich denke, die  hier sollten schon ein wenig weiterhelfen. Eigentlich - so finde ich - ist das eigene Denken in fast allem das A und O. Selbstbewusstsein, Motivation, Fähigkeiten und und und.

So..der Post ist etwas länger geworden und wer ihn bis hier her gelesen hat..Respekt! 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und einen wunderbaren Start ins Jahr 2015! Wir sehen uns im Neuen Jahr wieder und dann auch wieder auf Ask. Hab euch lieb! :)


Mittwoch, 17. September 2014

Die fünf Stadien einer Essstörung

Hey, meine Wölfchen :3 ♥. Ich hoffe, eure Woche war bisher gut, jedenfalls wünsche ich mir das für euch. Meine Woche..ist nicht so toll verlaufen bisher, weil ich ziemlich schlaflos bin, wegen gruseligen Dingen, haha. 
Der heutige Post ist wieder etwas Informatives. Eigentlich war es so geplant, dass weder der Blog, noch mein Ask-Account sich um Abnehmen/Essstörungen drehen und jetzt ist das erst recht wieder so, haha. Aber ich denke, das ist ganz gut. Es hilft mir ein wenig, besser zurecht zu kommen und wenn ich euch auch helfen kann, ist das umso schöner ♥. 

Das heutige Thema ist:


ENTWICKLUNG VON ESSSTÖRUNGEN IN FÜNF STADIEN


nach Prochaska et al. 1994/97)

Das Wissen um die verschiedenen Stadien von Essstörungen ist entscheidend für den Gesprächs- und Behandlungsansatz in der Arbeit mit essgestörten Menschen. Viele Therapien scheitern, weil Patienten nicht ihrem Krankheitsstadium entsprechend behandelt werden und sich deshalb nicht richtig gesehen oder verstanden oder aber auch überfordert fühlen.

1. VERLEUGNUNG (Präkontemplation)

"Könnt ihr mich endlich mal in Ruhe lassen?"
Im Stadium 1 wird jegliche Störung verleugnet. Zwar halten die Betroffenen Diät, sie erbrechen, treiben exzessiv Sport, denken ständig über Essen, Kalorien oder ihre Figur nach. Sie sehen darin aber kein Problem. Vielmehr sind sie der Meinung, dies aus freiem Entschluss zu tun und wehren jeden Versuch der Einmischung massiv ab. Es ist kein Problembewusstsein, keine Motivation und damit noch keine Voraussetzungen für eine Therapie vorhanden.
Hinweis für Angehörige: Dennoch kann es sinnvoll sein, gemeinsam eine Beratungsstelle für Essstörungen aufzusuchen, wenn sich die Betroffenen dazu bereit erklären. Aufklärung und Konfrontation können unter Umständen ein Problembewusstsein wecken.

 2. ERKENNEN (Kontemplation)

"Das ist MEINE Sache!"
Die Betroffenen erkennen, dass sie ein Problem mit dem Essen und/oder mit dem Annehmen ihres Körpers haben. Allerdings meinen sie, dass sie "die Sache im Griff haben" und jederzeit damit aufhören können. Sie können in diesem Stadium nicht einsehen, dass das in der Regel nicht stimmt.
Hinweis für Betroffene: Wenn dir dein Essverhalten neben dem Nutzen, den du davon hast (Gewichthalten, Kontrolle, Macht etc.) auch Probleme bereitet, wenn du es eigentlich loswerden möchtest, dann aber doch wieder Gründe hast, warum du es nicht aufgeben willst, wenn du der Überzeugung bist, dass du es lassen kannst, wenn du nur wirklich willst, empfehle ich dir folgendes Experiment: Verzichte für sechs Wochen auf jegliches essgestörte Verhalten und Denken. Einfach nur, um dir zu beweisen, dass du davon nicht abhängig bist.
- Was geht bei der Vorstellung, darauf zu verzichten, in dir vor?
- Wehrt sich alles in dir dagegen?
- Denkst du, dass du das nicht nötig hast, weil du meinst, die Sache im Griff zu haben?
- Hast du das Gefühl, dass du das sowieso nicht schaffst?
- Oder dass du dazu keine Lust hast?
 Dann solltest du dir dringend Hilfe in einer Beratungsstelle für Essstörungen suchen. Dasselbe gilt, wenn du versuchst, auf das essgestörte Verhalten zu verzichten und dir das nur für wenige Tage gelingt. Du solltest dir dann nicht vormachen, dass es dir auf jeden Fall gelänge, wenn du es nur richtig versuchen würdest.

3. VORBEREITUNG
"Ich will ja weg davon, ABER..."
In diesem Stadium möchte man die Essstörung zwar eigentlich loswerden, gleichzeitig will man aber nicht auf die Vorteile verzichten, die sie mit sich bringt. Das heißt: Man würde zwar gerne die Abhängigkeit von Hungern/Fress-/Kotzattacken überwinden, hier und da möchte man aber doch das Erbrechen zum Stressabbau oder zur Gewichtsregulation einsetzen. Man möchte außer Magerjoghurt auch wieder Brot und Nudeln, Wurst oder Käse essen, aber ohne zuzunehmen. Es ist ein Stadium der Widersprüchlichkeit. Zwar sucht man Hilfe und will "ab morgen alles verändern", gleichzeitig blockieren aber Unschlüssigkeit und die Angst vor Veränderung die Handlungsfähigkeit.
Hinweis für Betroffene: Du brauchst in diesem Stadium eine Therapeutin oder einen Therapeuten, die/der in der Lage ist, deine Unschlüssigkeit auszuhalten und versteht, dass du die Essstörung nicht von heute auf morgen ersatzlos hergeben kannst, die/der dir Zeit lässt, deine Ängste vor dem Essen und vor einer Gewichtszunahme abzubauen, dir geduldig Angebote macht, was du statt essgestörtem Verhalten ausprobieren kannst, um neue und bessere Erfahrungen zu machen. So ein langsames Vorgehen ist natürlich nur dann möglich, wenn deine Essstörung keine extreme gesundheitliche Bedrohung darstellt.

4. ENTSCHLOSSENHEIT (Aktion)

"Ich will da raus!"
Wenn der Leidensdruck durch die Essstörung groß ist, wenn sie hauptsächlich behindert und sinnlos geworden ist, kommt vielleicht der Entschluss, sie aufzugeben. Das geht in den allermeisten Fällen nicht aus eigener Kraft. Die Essstörung hat durch die dauernde Gewohnheit tiefe Spuren in der Persönlichkeit und in den Denkprozessen hinterlassen, die scheinbar keine Richtungsänderung zulassen. Immer wieder landet man in den gleichen leidvollen Verhaltensmustern. Deshalb ist eine erfahrene Therapeutin/Therapeut nötig, der die Hilfesuchenden geduldig, sicher und fachkundig aus dem Teufelskreis der Essstörung in eine zunehmende innere und äußere Freiheit begleitet.
Hinweis für Betroffene: Schau im Branchenverzeichnis (gelbes Telefonbuch) deiner Stadt unter "Beratung und Hilfe" oder suche online nach einer Beratungsstelle für Essstörungen. Nicht in jeder Stadt gibt es solche Beratungsstellen.

5. STABILISIERUNG

"Das Neue ist zwar nicht einfach, dennoch will ich nie mehr zurück!"
Die Überwindung einer Essstörung geht nicht reibungslos vor sich. Es ist eine Herausforderung und eine sehr große Leistung, die Essstörung und ihre Auswirkungen auf Wahrnehmen, Denken, Fühlen hinter sich zu lassen und stattdessen der eigenen Persönlichkeit Raum zu geben und gut für sich zu sorgen. Auch bei der besten Therapie kommt es zu Rückfällen in alte Verhaltensweisen. Ein Rückfall zeigt, dass man noch nicht ausreichend vertraut ist mit dem "Handwerkszeug", das man für ein gesundes Leben braucht. Jeder Rückfall ist damit eine Chance, sich weiter zu entwickeln und noch etwas dazuzulernen. Mit jedem positiv verarbeiteten Rückfall wird der Abstand zur Essstörung etwas größer und Sicherheit und innere Freiheit nehmen zu. Da dieser Lernprozess auf persönlicher Entwicklung und Reifung beruht, kann man ihn nicht beschleunigen. Er dauert immer mehrere Monate bis einige Jahre. Eine erfolgreiche Therapie erstreckt sich im Normalfall über 9-24 Monate.
Hinweis für Betroffene: Lass dich davon nicht entmutigen! Es lohnt sich! Was sind schon ein oder zwei Jahre intensiver Arbeit für ein Leben weitgehend ohne Essstörung! Du wirst dir nach einer überwundenen Essstörung wahrscheinlich näher sein und dich mehr annehmen können, als es davor jemals der Fall war.


Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Tag und ich hoffe, der Beitrag hat euer Wissen etwas erweitern können! Hab euch lieb :). xx

Dienstag, 9. September 2014

Wissen über ES.//Zeitreise.

Essstörungen. Bilder von dünnen Mädchen erscheinen in unseren Köpfen, so genannte "Perfektion". Die Gesellschaft und die Medien animieren immer mehr junge Mädchen - und auch immer mehr Jungs und ältere Frauen - dazu, abzunehmen bis nichts mehr von ihnen da ist. Beliebtheit wird einem vorgegaukelt. 'Nur wer dünn ist, ist perfekt.' Solche und ähnliche Sprüche sind ständig zu lesen, zerstören Körper, Seele und Geist von Menschen. Normalgewichtige Menschen mit wunderschönen Figuren finden sich zu fett. Die Definition 'normal' scheint es nicht mehr zu geben. Essstörungen werden verherrlicht, die Schattenseiten verborgen. Normale Diäten und Konkurrenzkampf führen schnell zu Magersucht.
Essstörungen...Selbstmord auf Raten. Sie sind so individuell und unterschiedlich wie die Menschen selbst, aber dennoch gibt es einige Punkte, in denen sie sich ähneln und diese möchte ich euch hier aufzeigen.

"Du siehst gar nicht magersüchtig aus." Meiner Meinung nach ein extrem gefährlicher Spruch, der impliziert, dass nur dünne Menschen Magersucht haben können. Nur wenige verstehen, dass diese Krankheit fast nur im Kopf stattfindet und solche Aussagen machen alles sehr viel schlimmer. Man kann dreißig Kilo zuviel auf den Rippen haben und trotzdem magersüchtig/bulimisch sein.

Anorexie/Magersucht: Man versucht so wenig wie möglich bis gar nichts essen, man hungert und treibt exzessiven Sport.
Bulimie/Ess-Brech-Sucht: Man hat Fressanfälle, in denen man unkontrolliert alles isst, was man erreichen kann. 3000-4000 Kalorien auf einmal sind keine Seltenheit. Hinterher kotzt man alles wieder aus.
Mischformen beider Erkrankungen sind keine Seltenheit. Es gibt noch mehr Krankheiten, die zu Essstörungen zählen, aber der Beitrag richtet sich an diese Beiden.

Anzeichen einer ES:

→ Langsames Essen, meistens begleitet von viel reden und schnell reden.
→ Das Vermeiden von Essen außerhalb des eigenen Wohnraums und in Gesellschaft.
→ Auslassen von ganzen Mahlzeiten, lange Hungerzeiten und/oder viele Mahlzeiten am Tag verteilt, aber da nur sehr kleine Portionen.
→ Ritualisiertes Essen. Dazu zählt zum Beispiel jeden Bissen exakt gleich oft zu kauen; Erbsen, etc genau zu zählen, Nahrungsaufnahme in einer bestimmten Reihenfolge oder nur in bestimmten Farben.
→ Ablehnung von als gefährlich oder ungesund gesehene Nahrungsmittel; vermehrtes Verwenden von kalorienarmen Speisen und Getränken (meist ungesüßte Tees und Wasser).
→ plötzliche Hinwendung zum Vegetarismus
→ plötzlich sehr viel oder wenig Flüssigkeitszufuhr
→ aggressives oder ablehnendes Verhalten, wenn man essen soll
→ häufiges Wiegen
→ oft nach dem Essen im Bad verschwinden (zum Wiegen oder Erbrechen)
→ kritisches Beäugen des eigenen Körpers
→ plötzlich gesteigerte sportliche Aktivität
→ häufiges Tragen von weiter Kleidung
→ Themen wie Körper und Abnehmen werden  häufig angesprochen; man zeigt nach außen, dass man sich zu dick fühlt
→ Aussagen, die eine Gewichtsreduktion ansprechen, werden oft negiert oder als Ansporn angesehen
→ oft wird das eigene Gewicht oder Abnahme geleugnet
→ die Gedanken drehen sich fast ausschließlich um Kalorien, Essen und Gewicht, man ist kaum in der Lage, sich auf etwas anderes zu konzentrieren
→ man schreibt ganz genau auf, was man am Tag gegessen hat und rechnet die Kalorien aus
→ die Kalorienaufnahme ist meistens unter 1000 Kalorien am Tag, oft sogar unter 500
→ man hat panische Angst vor Zunahme und ist bei Stehenbleiben des Gewichts sehr gefrustet
→ etwaige Bestrafungen bei Zunahme oder zu vielen Kalorien
→ man hat eine Liste von 'sicheren' Lebensmitteln und nimmt bevorzugt nur diese zu sich
→ man hat starken Haarausfall, brüchige Nägel und wenn man untergewichtig und unterernährt ist, bildet sich ein Flaum auf dem ganzen Körper, um sich warm zu halten
→ man friert ständig
→ man fühlt sich kraftlos und müde
→ die Haut nimmt eine gräuliche Färbung an
→ bei Bulimie werden die Zähne kaputt und die Finger(knöchel) sind wund

Ein einziges Anzeichen davon muss nicht gleich ES bedeuten, aber wenn mehrere zusammen kommen, sollte man sich in ärztliche Behandlung begeben! Essstörungen können tödlich enden und das ist es verdammt nochmal nicht wert!


Folgen einer ES:


✖ Gehirnschäden (Gehirnmasse wird abgebaut), Denk- und Konzentrationsschwierigkeiten

✖ Haar dünnt aus, Haarausfall und Bruch der Haare
✖ Flaum am ganzen Körper
✖ trockene, rissige und schuppige Haut
✖ niedrige Körpertemperatur, Schwindel, Durchblutungsstörungen, Kreislaufprobleme
✖ Osteoporose und Osteomalazie
✖ Abbau von Muskelmasse
✖ Herzrhytmusstörungen, Nierenschädigung, Störung des Säure-Basen Haushalts
✖ Verstopfungen
✖ sinkender Sexualtrieb, Ausbleiben der Periode, eingeschränkte Fruchtbarkeit
✖ kaputte Zähne (bei Bulimie)
✖ zerstörte Speiseröhre (Bulimie)
✖ man kann durch Unterernährung sterben
✖ Angstzustände
✖ Müdigkeit
✖ Kontrollwahn
✖ Ruhelosigkeit
✖ Depressionen
✖ Gefühlstaubheit
✖ Trennungs- und Versagensängste
✖ Vergleichzwang mit (dünneren) Menschen
✖ Angst vor starker Nähe zu Mitmenschen
✖ Isolation
✖ soziale Phobien

Es gibt mit Sicherheit noch mehr Schäden, die Körper und Geist davon tragen können. Man macht sich damit einfach nur kaputt. Auch wenn man denkt, dass einem das selbst nicht passieren kann, dass man rechtzeitig aufhört...das stimmt nicht. Wenn man einmal drin ist, kommt man nur schwer wieder raus.

Wenn ihr die Vermutung habt, an einer ES erkrankt zu sein, dann geht BITTE zu einem Arzt und lasst euch helfen. Ich weiß, dass es euch Angst macht und ihr das vielleicht nicht wollt, aber es ist einfach besser so. Das Leben ist zu wertvoll, als dass man es sich damit kaputt machen sollte. Ihr seid absolut perfekt, egal wie ihr ausseht! 



—«•´¨*•.¸¸.* ..::**: Zeitreise :**::… *.¸¸.•*¨`•»—
So und auf Wunsch hin berichte ich euch hier auch ein wenig von meinem gestrigen Tag. Ich habe meine kleine Schwester nach fast zwei Jahren wiedergesehen, da ich mich in den letzten Jahren von meiner Familie komplett zurückgezogen habe, war das ein ziemlich großes Ereignis für mich. 

>>Nach einer ziemlich kurzen und schlaflosen Nacht wache ich auf. Und sofort ist mir schlecht. Ich bin extrem nervös. Heute steht das Treffen mit meiner Schwester an und ich habe Angst. Davor, wie es laufen wird. Davor, was sie über mich denkt. Früher, da standen wir uns ziemlich nahe. Wir konnten über alles reden, hatten viel gemeinsam. Aber dann entwickelten wir uns in völlig unterschiedliche Richtungen und als wir uns das letzte Mal gesehen haben, hatten wir uns nichts mehr zu sagen. Was, wenn es heute wieder so wird?
Mechanisch schleppe ich mich ins Bad und versuche, die Nervosität und die Müdigkeit wegzuduschen. Wirkt nur wenig. Heute ist Montag. Ich wollte mich ja wiegen. Entkleidet steige ich auf die Waage und wünsche mir, ich hätte es nicht getan. Zunahme. Überrascht mich nach der ganzen Fresserei eigentlich nicht, trotzdem fühle ich mich schlecht, weil ich eigentlich schon unter 76 sein wollte. Egal.
Den Vormittag verbringe ich damit, mir auszumalen, wie das Treffen laufen könnte und damit, mich genau davon abzulenken. Beantworte Fragen auf Ask, spiele auf meinem 3DS, gammle in Foren herum. Und plötzlich ist es schon Zeit, sich fertig zu machen. Ich ziehe mich drei Mal um, nichts davon passt mir und ich sehe in allem blöd aus. Entscheide mich dann für Outfit Variante Nummer eins und gehe ins Bad, um meine Haare irgendwie zu bändigen. Blicke auf die Uhr, kurz nach halb drei. Gleich ist sie da, noch fünf Minuten. Mein Herz rast, mein Körper zittert und ich habe das Bedürfnis, mich zu übergeben. Habe aber noch nichts gegessen, weil wir ja ins Kino wollen.
Schnappe mir den vollen Müllsack, stecke mir Kopfhörer ins Ohr und gehe nach unten. Und da steht sie schon. Meine wunderschöne, perfekte kleine Schwester, mit der Traumfigur, den schönen Haaren, dem hübschen Gesicht. Einen Moment lang fühle ich mich richtig schlecht. So fett und hässlich neben ihr. Als wir uns umarmen, fühlt es sich gleichzeitig vertraut und fremd an. Das erste, was ich zu ihr sage? "Du bist groß!" Wow. Zunächst gehen wir schweigend nebeneinander her. Ein Sturm an verschiedensten Gefühlen ist in mir ausgebrochen, ich freue mich unheimlich, sie zu sehen. Die Unsicherheit wird weniger, als wir anfangen, miteinander zu sprechen und ich stelle fest, dass es fast wieder so ist wie früher. Wir haben uns viel zu erzählen, viel ist passiert in den zwei Jahren. Ich erfahre Dinge, die mich schockieren und Dinge, die mich erfreuen. Mein Stolz auf sie wächst. Sie hat ihr Leben so toll hinbekommen und ich freue mich unglaublich für sie, dass es so gut läuft.
Wir kommen im Kino an, sie lädt mich ein. Mir ist das immer unangenehm, wenn ich eingeladen werde. Besonders bei meiner jüngeren Schwester, haha. Wir holen die Karten und Popcorn und gehen dann nochmal raus, weil sie rauchen will. Sie war 16, als sie angefangen hat und damals war ich recht schockiert darüber. Wir unterhalten uns weiter und jetzt bringt sie mich auf den neuesten Stand, was meine anderen Geschwister angeht. Wir gehen rein und setzen uns auf unsere Plätze. Unser Thema schwenkt um auf Geistergeschichten und verlassene Gebäude. Ich bin mehr als froh drüber, dass wir zumindest das noch gemeinsam haben. Neben uns sitzen zwei ältere Damen, die sich drüber beschweren, dass wir während der Werbung reden. Ich werde frech, weil mich das nervt. Sollen die sich halt woanders hinsetzen. Bei sowas werde ich  immer schnell aggressiv.
Als der Film anfängt, verfallen wir für 126 Minuten in Schweigen. Ich mag den Film, er ist lustig. Und spannend. Und toll. Der Film ist zu Ende und wir verlassen das Kino, greifen das Thema von vorhin wieder auf. Als wir die Abkürzung durchs Gras nehmen, werde ich von einer Hummel gebissen. Autsch, das tut weh. Aber nur kurz. Das Tierchen wird vorsichtig vom Fuß gewischt und wandert weiter. 
In der Stadt zurück, setzen wir uns noch zu einem Cafe. Sie isst einen Toast und ich trinke mein Soda Zitrone. Die Sonne geht langsam unter und die Hitze wird weniger. Wir reden über die entfernteren Verwandten, über die Familie an sich, sie erzählt mir noch was von ihrer Arbeit auf Festivals. Ich bin ein wenig neidisch, aber ihr Leben läuft super und das freut mich. Dann schwelgen wir in Erinnerungen an unsere Kindheit. Das macht viel Spaß, damals war es noch einigermaßen unbeschwert und wir hatten nur wenige Sorgen. Bald ist es für sie schon Zeit, zum Zug zu gehen und ich begleite sie zum Bahnhof, wo wir uns die Wartezeit damit vertreiben,  noch mehr zu reden. Und ich hab ständig Fotos von ihr gemacht, was sie nicht sonderlich gefreut hat, haha. Aber es fällt mir einfach so schwer zu glauben, dass sie bald schon neunzehn wird..für mich ist sie immer noch die Kleine. Und das wird sie wohl auch ewig bleiben. Als sie in den Zug steigt, überkommt mich etwas Wehmut, weil ich weiß, dass wir uns so schnell sicher nochmal nicht wiedersehen. Doch der Tag an sich war einfach großartig und ich bin froh, dass ich hingegangen bin. Nein, ich bin froh, dass sie es nochmal versucht hat und sich bei mir gemeldet hat!<<

Sehr gern würde ich hier unser gemeinsames Foto dran hängen, aber geht ja leider nicht. Jedenfalls habe ich es keine Sekunde lang bereut, mich meiner Angst zu stellen. 

Ich wünsche euch einen schönen Tag, ihr Lieben xx. 
Ps: Würde mich freuen, wenn ihr mir was als Kommentar oder in der Shoutbox hinterlasst :3 <3