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Freitag, 6. März 2015

& I don't want to be me

TRIGGERWARNUNG!

Wisst ihr, ich bemühe mich wirklich, diesen Blog positiv zu gestalten, motivierend zu gestalten. Schließlich will ich doch, dass ihr seht, dass das Leben schön sein kann und dass ihr alle toll seid. Das meine ich auch immer noch so. Aber immer, wenn ich anfange zu schreiben, machen meine Gedanken sich selbstständig und übernehmen die Kontrolle über meine Finger. Wenn es euch stört, wenn ich hier auch Negatives ablade, dann lasst es mich wissen..und ich lagere es in einem seperaten Blog ab.

Im Moment ist es mal wieder ganz komisch bei mir. Nein, eher in mir. Ich fühle irgendwie nichts. Ich bin nicht glücklich, bin nicht traurig. Da ist einfach nur Leere. Ich freue mich über nichts und ich bin über nichts niedergeschlagen. Manchmal werde ich wegen Kleinigkeiten extrem wütend, aber das ist dann auch schon alles. Hab vor ein paar Tagen die gefühlt hundertste Absage auf eine Bewerbung bekommen. War nicht traurig oder enttäuscht, hab's hingenommen ohne irgendwas. Mein Freund bringt mir immer wieder Kleinigkeiten mit und ich fühle mich so mies, weil ich mich nicht aufrichtig freue, sondern nur so tue. Manchmal bin ich mir nicht einmal sicher, ob ich ihn überhaupt noch liebe, wenn ich mit ihm zusammen bin, ist da einfach nichts..oder liegt das an dem ganzen Zustand der Leere?
Oh, es gibt doch noch eine Emotion: Angst. Abends liege ich im Bett und kann hin und wieder vor Angst nicht atmen. Dabei weiß ich gar nicht so recht, wovor ich überhaupt Angst habe. Vor dem Leben? Vor den Schwierigkeiten, die ich seit Jahren so gut verdränge? Vermutlich ist es Beides. Und ich glaube, insgeheim habe ich auch Angst davor, wieder zu arbeiten. In einer Filiale des Ladens, in dem mein Freund arbeitet, suchen sie jemanden (inoffiziell) und er fragt heute die Betriebsleitung, ob ich mich bewerben kann. Konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich Angst davor habe, dass es klappen könnte. Ergibt das irgend einen Sinn? Ich fühle mich dem einfach nicht gewachsen. Neue Menschen kennen lernen, ständig unter Menschen sein, wenn ich mir das nur vorstelle, schließt sich die Angst wie eine eisige Hand um mein Herz. Ich fühle mich von dem Gedanken total überfordert, dabei stand ich bereits sechs Jahre im Berufsleben, habe gerne mit anderen zusammen gearbeitet..was ist mit mir passiert? Warum habe ich jetzt Angst davor, überhaupt nach draußen zu gehen? Mit Menschen zu interagieren? Wieso versetzt es mich in halbe Panik, einkaufen gehen zu müssen? Das ist doch Mist. Ich werde nächste Woche 25 und habe nichts erreicht. Dank mir selbst ist mein Leben die reinste Katastrophe und ich fühle mich, als wären meine Akkus einfach leer. Ich bin permanent müde, könnte nur noch schlafen und verlasse auch wirklich kaum noch das Bett.

Dazu kommt, dass ich meine Pro Ana Zeiten vermisse. Ich spreche mich stets dagegen aus und finde es auch beschissen, wenn andere in diese Sache reinrutschen, in die Krankheit reinrutschen. Und doch vermisse ich es..vermisse die Kontrolle, die Disziplin, das Abnehmen. Vermisse das ungesund wenige Essen, das Austauschen mit anderen. Macht mich das zur Heuchlerin? Zurzeit fühle ich mich so unwohl wie schon lange nicht mehr in meinem Körper..hab ja auch wieder zugenommen und wiege jetzt wieder fette 76,5 Kilo. Ich will wieder zurück, zurück auf den falschen Weg. Aber mir fehlt die Disziplin dafür. Jetzt kann ich einfach gar nichts mehr. Früher konnte ich wenigstens einigermaßen abnehmen. Ich bin so ein verdammter Loser. Manchmal wünschte ich, ich hätte Kontakte, die mir Drogen beschaffen könnten, haha. Als ob ich mir was leisten könnte.


Das ist im Übrigen auch der Grund dafür, warum ich auf Ask nicht mehr aktiv bin..mir fehlt einfach die Kraft für alles. Es tut mir leid. Ich bin eine Enttäuschung und das werde ich wohl immer bleiben.

I'm not feeling so sure
It would help if you offered a cure
If I wait, it's too late for the remedy
I don't wanna be me

Samstag, 27. September 2014

Selbstverletzendes Verhalten und der Weg hinaus.

Hey, meine süßen Wölfchen! ♥
Ich hoffe, eure Woche neigte sich gut dem Ende zu und ihr könnt euer Wochenende ein bisschen genießen. Heute ist für mich ein 'großer' Tag. Ich möchte es mit einem richtigen Cheatday versuchen~ keine Kalorien zählen, essen worauf ich Lust habe und nicht drüber nachdenken. Ich hoffe, dass ich das hinbekomme, schließlich möchte ich ja, dass es mit dem Abnehmen weitergeht! Da ich schon seit zwei Wochen auf der Stelle trete mit dem Gewicht. Natürlich wird es auch einen Bericht darüber geben, ob ich es hingekriegt habe! :)

Auf Wunsch dreht sich mein heutiger Post um selbstverletzendes Verhalten. Es ist unheimlich schwer, die Gründe dafür zu pauschalisieren, weil sie genauso zahlreich und unterschiedlich sind, wie die Menschen selbst. Daher kann ich nur das darüber schreiben, was bei mir persönlich Gründe waren und das, was ich von anderen so mitbekommen habe.

~ Gegen die Taubheit

Wie in meinem letzten Post geschrieben, habe ich das Problem kompletter Gefühlstaubheit, als wäre ich innerlich tot. Und manchmal macht mir das solche Angst, dass ich unbedingt etwas spüren will und Schmerz ist besser als nichts..dachte ich und denke ich immer noch manchmal. Es ist, als würde ich dann für ein paar Sekunden wieder leben. Das klingt krank..und ehrlich gesagt, ist es das auch.

~ Um innerlichen Schmerz mit äußerlichem Schmerz zu betäuben

Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Manchmal hat man seelische Schmerzen, die man nicht erträgt. Man glaubt, dass man sie mit körperlichem Schmerz verdrängen kann. Körperlichen Schmerz kann man kontrollieren, man hält es für besser. Tatsächlich ist es das aber nicht. Man fühlt sich für einen Moment frei, aber hinterher fühlt man sich seelisch nur noch schlechter. Zu dem innerlichen Schmerz kommt Wut und Selbsthass auf.

~ Als Bestrafung

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Man macht etwas falsch und findet, dass man dafür eine Strafe verdient...

~ Um Böses rauszulassen

Ich hatte lange die Gedanken, dass ich mir die Haut aufschneiden müsste, um das Schlechte aus mir rauszulassen, dass ich so vielleicht ein besserer Mensch werden könnte. Ist natürlich Blödsinn.

~ Um Druck abzubauen

Ich kenne Leute, die sich selbstverletzen, weil sie mit dem Druck von außen nicht mehr klar kommen und das dadurch kompensieren. Das kann ich persönlich nicht wirklich nachvollziehen, mir würde das nur noch mehr Druck machen.

Das sind jetzt die mir bekannten Gründe, mit denen ich mich (bis aufs Letzte), identifzieren kann und was bei mir eben die Gründe waren.

Ihr glaubt, es hilft euch vielleicht. Aber alles, was ihr davon habt, sind hässliche Narben, die euch euer Leben lang bleiben. Ihr macht euch damit nur noch mehr Probleme und verletzt auch eure Mitmenschen. Wenn es euch schlecht geht, dann redet lieber darüber, statt euch selbst zu verletzen. 

Tipps, um vom Selbstverletzenden Verhalten loszukommen

~ findet Alternativen

x Gummibändchen
Tragt immer Gummibänder ums Handgelenk. Wenn ihr das Bedürfnis habt, euch zu schneiden, lasst diese gegen eure Haut schnappen. Ist zwar auch eine Form von Selbstverletzung, aber euch bleiben keine Narben und es ist weitaus weniger gefährlich.

x Eiswürfel
Presst euch wenige Sekunden lang Eiswürfel auf die Haut, wenn ihr den Drang habt, euch zu verletzen.

x Kalt duschen
x Malt euch mit Filzstift oder Kugelschreiber Linien auf die Stellen, wo ihr euch schneiden wolltet.
x Beißt in eine Chilischote oder etwas Tabasco in den Mund nehmen

~ Powert euch körperlich aus

x weint euch aus
x spazieren, joggen oder rennen gehen, vielleicht auch schreien dabei
x Sport jeglicher Art
x Gegen ein Kissen oder einen Boxsack schlagen

~ Lenkt euch aktiv ab

x Schularbeiten machen
x Hausarbeiten machen
x wenn ihr ein Haustier habt, beschäftigt euch mit ihm
x wählt einen Zufallsgegenstand und schreibt die Verwendungszwecke dafür auf

~ drückt eure Gefühle kreativ aus

x malen oder zeichnen
x Gedichte oder Texte schreiben
x Tagebuch schreiben

~ Kontakt zu vertrauten Leuten suchen

x triff dich mit Freunden oder schreib/telefoniere mit ihnen
x Briefe schreiben
x ruf die Seelsorge oder deinen Therapeuten an
x vermeide es, allein zu sein

~ tut euch etwas Gutes

x pflegt euch~ nehmt ein Bad, duscht oder cremt euch ein, lackiert euch die Nägel
x Einen Film anschauen oder ein Buch lesen
x esst etwas Leckeres

~ Butterfly Project

Malt euch Schmetterlinge auf den Arm mit den Namen euch wichtiger Menschen. Malt sie immer wieder nach, wenn sie verblassen. Wenn ihr euch schneidet, dann tötet ihr den Schmetterling.


Mir persönlich helfen viele dieser Tipps oft sehr weiter und haben mich schon häufig davor bewahrt, wieder zur Klinge zu greifen. Ich hoffe, dass ich euch damit weiterhelfen konnte und wünsche euch das Beste. Ich weiß, ihr schafft es. Ihr seid stärker als die Sucht. Ich liebe euch!




Donnerstag, 25. September 2014

I don't feel well today.

-PERSÖNLICHES! negativ, eventuell triggernd-


Das Wetter draußen ist schön, sonnig und warm. Doch die Wärme erreicht mich nicht. Mir ist so eisig kalt, aber die Kälte kommt von innen. Ich könnte auf der Sonne tanzen und würde immer noch frieren.
Ich lache, laut und falsch. Rede wie ein Wasserfall, um die Stille in meinem Inneren zu füllen, weil ich sie nicht ertrage. Seit Tagen geht es mir wieder richtig schlecht und das Schlimmste ist, ich weiß nicht warum. Es gibt keinen Grund dafür. Eigentlich.
Seit Tagen fühle ich mich wie in Watte gepackt. Nehme alles um mich herum wie durch große Entfernung wahr oder als würde ich unter Wasser sein. Und ertrinken. Egal, wie kräftig ich mit den Armen rudere, ich sinke immer tiefer. Die Dunkelheit verschlingt mich, frisst mich auf. Manchmal spüre ich einfach nichts. Absolut nichts. Keine Freude, keine Trauer, keine Wut, keinen Zorn. Spüre nicht einmal körperlichen Schmerz, wenn ich mir den Kopf anhaue. Und wenn ich dann mal Gefühle habe, dann ist es nichts anderes als anhaltende Niedergeschlagenheit ~ wie nie endender Regen. Die Angst, nicht gut genug zu sein und das Wissen, dass man in allem versagt.
Ich bin zu blöd, um abzunehmen, aber normal essen kann ich auch nicht. Ich versage dabei, verdammte 1200 Kalorien zu mir zu nehmen, was doch eigentlich das Normalste der Welt ist. Das einzig Gute ist, dass ich dennoch Motivation habe, auf beiden Seiten weiterzumachen~ abnehmen und gesund essen.

Immer allen zu sagen, dass sie perfekt sind, fühlt sich richtig an, weil ich das aus voller Überzeugung sage. Aber an mir selbst sehe ich nur Fehler und wenn man mir sagt, dass ich trotzdem toll bin, kann ich es nie glauben. Ich wünschte, ich könnte es..nur ein einziges Mal. Würde mich gerne ein einziges Mal so sehen, wie andere mich sehen. Aber alle Arbeit war umsonst. Ich werde es einfach nie können. Noch bin ich bereit zu kämpfen. Noch habe ich die Hoffnung, dass es sich irgendwann lohnt. Noch kann ich gegen meine Dämonen bestehen und nicht nachgeben, aber wie lange noch? Ich hasse es, dass ich wieder an dem Punkt gelandet bin, an den ich nie wieder zurück wollte. Wollte doch eigentlich glücklicher werden. Einmal spüren, wie es ist, sich um nichts zu sorgen, sich frei zu fühlen.  Aber auch da versage ich.

Wie weit muss man laufen, um vor sich selbst zu fliehen?

Aber nur, weil ich alles so negativ sehe, ist es das nicht. Ich hoffe, ihr seht alles ein wenig positiver und wisst, wie perfekt ihr seid! Ich jedenfalls, liebe euch. Egal ob ihr hier meinen Blog lest oder ob ihr mir auf Ask folgt. Ihr seid manchmal der Höhepunkt meines Tages und dafür danke ich euch so sehr!

"Man sagt immer, Menschen, die sich selbst hassen, könnten niemand anderen lieben.
Aber was, wenn wir einfach unsere Liebe zu sehr auf Andere übertragen und verschenken, sodass für uns nichts mehr übrig bleibt?"

Ich habe momentan keine großen Ideen für Blogbeiträge, also wäre ich sehr dankbar, wenn ihr mir sagen würdet, worüber ihr gern welche hättet, sonst bleibt der Blog hier in Zukunft ziemlich still...

Wünsche euch einen schönen Tag!


Samstag, 20. September 2014

In your shadow.

-PERSÖNLICHES- (negativ)


"Ich könnte noch so sehr ein besserer Mensch sein, ich könnte noch so perfekt sein. Für dich würde ich mich niemals gut genug fühlen."

Diese Worte sind permanent in meinem Kopf, wenn ich an L denke. Ich meine, sie ist in meinen Augen einfach so unglaublich perfekt. So sehr, dass sie mir fast unwirklich erscheint. Und diese Perfektion tut so weh, wenn ich neben ihr merke, wie fehlerhaft ich bin. L ist wunderschön, hat eine perfekte Figur und einen fast perfekten Charakter. Sie bedeutet mir unheimlich viel und die Angst sie zu verlieren, macht mich verrückt. Es ist immer so...
Wenn wir regelmäßig schreiben, ist alles okay. Dann habe ich das Gefühl, dass ich ihr wichtig bin, sogar, dass wir uns nahestehen. Ich liebe es, wenn es so ist. Trotz aller Ängste macht mich das einigermaßen glücklich. Doch sobald wir ein paar Tage nicht schreiben können, ist es beim nächsten Mal so distanziert. Und ich kann nichts dagegen tun, immer wenn es so ist, wird mir sofort wieder bewusst, dass uns Welten trennen. Dass ich viel zu schlecht für sie bin. Und dann fange ich wieder an, mich zu hassen. Es ist ein verdammter Teufelskreis. Und letztendlich spielt alles keine Rolle, weil sie doch eigentlich sowieso glücklich mit ihrem Freund zusammen ist und was bin ich?
Sie macht mich so unfassbar glücklich allein durch ihre Anwesenheit und das über eine riesige Entfernung. Und trotzdem macht es mich Stück für Stück kaputt, auch, dass ich sie nicht sehen kann. Es frisst mich auf, wie das Monster im Schrank, vor dem ich als Kind immer Angst hatte. Jetzt weiß ich, dass es existiert, nur anders als erwartet.

Und dann ist da noch die Panik vor dem ersten Treffen. Es steht noch in den Sternen, aber bereits jetzt mache ich mich total verrückt deswegen. Weil ich sie danach sicher verlieren werde, das ist immer so. Und wenn das passiert, dann ist es endgültig zu Ende und das für immer. Ohne sie, kann ich nicht mehr leben.

Auch das Essen macht mir momentan wieder Probleme. Ich esse zwar mehr, aber es macht mich fertig. Bisher habe ich es gut verdrängt, aber gestern hatte ich einen kleinen Zusammenbruch deswegen. Ich war zwar bei unter 1000 Kalorien, trotzdem habe ich mich so mies gefühlt, wie schon lange nicht mehr. So absolut fett, hässlich und einfach nur wie ein widerliches Schwein. Ich habe fast eine Stunde lang nur geheult und heute ist es auch nicht viel besser, würde am liebsten nichts mehr essen. Weiß auch nicht. Momentan gehts mir einfach nur schlecht und ich weiß gar nicht, woher das wieder kommt.
Aber es spielt keine Rolle. Ich werde sowieso immer im Schatten eines jeden stehen.


Naja..sorry für den negativen Post, musste das einfach irgendwo los werden. Ich hoffe, ihr habt eine bessere Zeit, ich würds euch auf jeden Fall wünschen!

Dienstag, 9. September 2014

Wissen über ES.//Zeitreise.

Essstörungen. Bilder von dünnen Mädchen erscheinen in unseren Köpfen, so genannte "Perfektion". Die Gesellschaft und die Medien animieren immer mehr junge Mädchen - und auch immer mehr Jungs und ältere Frauen - dazu, abzunehmen bis nichts mehr von ihnen da ist. Beliebtheit wird einem vorgegaukelt. 'Nur wer dünn ist, ist perfekt.' Solche und ähnliche Sprüche sind ständig zu lesen, zerstören Körper, Seele und Geist von Menschen. Normalgewichtige Menschen mit wunderschönen Figuren finden sich zu fett. Die Definition 'normal' scheint es nicht mehr zu geben. Essstörungen werden verherrlicht, die Schattenseiten verborgen. Normale Diäten und Konkurrenzkampf führen schnell zu Magersucht.
Essstörungen...Selbstmord auf Raten. Sie sind so individuell und unterschiedlich wie die Menschen selbst, aber dennoch gibt es einige Punkte, in denen sie sich ähneln und diese möchte ich euch hier aufzeigen.

"Du siehst gar nicht magersüchtig aus." Meiner Meinung nach ein extrem gefährlicher Spruch, der impliziert, dass nur dünne Menschen Magersucht haben können. Nur wenige verstehen, dass diese Krankheit fast nur im Kopf stattfindet und solche Aussagen machen alles sehr viel schlimmer. Man kann dreißig Kilo zuviel auf den Rippen haben und trotzdem magersüchtig/bulimisch sein.

Anorexie/Magersucht: Man versucht so wenig wie möglich bis gar nichts essen, man hungert und treibt exzessiven Sport.
Bulimie/Ess-Brech-Sucht: Man hat Fressanfälle, in denen man unkontrolliert alles isst, was man erreichen kann. 3000-4000 Kalorien auf einmal sind keine Seltenheit. Hinterher kotzt man alles wieder aus.
Mischformen beider Erkrankungen sind keine Seltenheit. Es gibt noch mehr Krankheiten, die zu Essstörungen zählen, aber der Beitrag richtet sich an diese Beiden.

Anzeichen einer ES:

→ Langsames Essen, meistens begleitet von viel reden und schnell reden.
→ Das Vermeiden von Essen außerhalb des eigenen Wohnraums und in Gesellschaft.
→ Auslassen von ganzen Mahlzeiten, lange Hungerzeiten und/oder viele Mahlzeiten am Tag verteilt, aber da nur sehr kleine Portionen.
→ Ritualisiertes Essen. Dazu zählt zum Beispiel jeden Bissen exakt gleich oft zu kauen; Erbsen, etc genau zu zählen, Nahrungsaufnahme in einer bestimmten Reihenfolge oder nur in bestimmten Farben.
→ Ablehnung von als gefährlich oder ungesund gesehene Nahrungsmittel; vermehrtes Verwenden von kalorienarmen Speisen und Getränken (meist ungesüßte Tees und Wasser).
→ plötzliche Hinwendung zum Vegetarismus
→ plötzlich sehr viel oder wenig Flüssigkeitszufuhr
→ aggressives oder ablehnendes Verhalten, wenn man essen soll
→ häufiges Wiegen
→ oft nach dem Essen im Bad verschwinden (zum Wiegen oder Erbrechen)
→ kritisches Beäugen des eigenen Körpers
→ plötzlich gesteigerte sportliche Aktivität
→ häufiges Tragen von weiter Kleidung
→ Themen wie Körper und Abnehmen werden  häufig angesprochen; man zeigt nach außen, dass man sich zu dick fühlt
→ Aussagen, die eine Gewichtsreduktion ansprechen, werden oft negiert oder als Ansporn angesehen
→ oft wird das eigene Gewicht oder Abnahme geleugnet
→ die Gedanken drehen sich fast ausschließlich um Kalorien, Essen und Gewicht, man ist kaum in der Lage, sich auf etwas anderes zu konzentrieren
→ man schreibt ganz genau auf, was man am Tag gegessen hat und rechnet die Kalorien aus
→ die Kalorienaufnahme ist meistens unter 1000 Kalorien am Tag, oft sogar unter 500
→ man hat panische Angst vor Zunahme und ist bei Stehenbleiben des Gewichts sehr gefrustet
→ etwaige Bestrafungen bei Zunahme oder zu vielen Kalorien
→ man hat eine Liste von 'sicheren' Lebensmitteln und nimmt bevorzugt nur diese zu sich
→ man hat starken Haarausfall, brüchige Nägel und wenn man untergewichtig und unterernährt ist, bildet sich ein Flaum auf dem ganzen Körper, um sich warm zu halten
→ man friert ständig
→ man fühlt sich kraftlos und müde
→ die Haut nimmt eine gräuliche Färbung an
→ bei Bulimie werden die Zähne kaputt und die Finger(knöchel) sind wund

Ein einziges Anzeichen davon muss nicht gleich ES bedeuten, aber wenn mehrere zusammen kommen, sollte man sich in ärztliche Behandlung begeben! Essstörungen können tödlich enden und das ist es verdammt nochmal nicht wert!


Folgen einer ES:


✖ Gehirnschäden (Gehirnmasse wird abgebaut), Denk- und Konzentrationsschwierigkeiten

✖ Haar dünnt aus, Haarausfall und Bruch der Haare
✖ Flaum am ganzen Körper
✖ trockene, rissige und schuppige Haut
✖ niedrige Körpertemperatur, Schwindel, Durchblutungsstörungen, Kreislaufprobleme
✖ Osteoporose und Osteomalazie
✖ Abbau von Muskelmasse
✖ Herzrhytmusstörungen, Nierenschädigung, Störung des Säure-Basen Haushalts
✖ Verstopfungen
✖ sinkender Sexualtrieb, Ausbleiben der Periode, eingeschränkte Fruchtbarkeit
✖ kaputte Zähne (bei Bulimie)
✖ zerstörte Speiseröhre (Bulimie)
✖ man kann durch Unterernährung sterben
✖ Angstzustände
✖ Müdigkeit
✖ Kontrollwahn
✖ Ruhelosigkeit
✖ Depressionen
✖ Gefühlstaubheit
✖ Trennungs- und Versagensängste
✖ Vergleichzwang mit (dünneren) Menschen
✖ Angst vor starker Nähe zu Mitmenschen
✖ Isolation
✖ soziale Phobien

Es gibt mit Sicherheit noch mehr Schäden, die Körper und Geist davon tragen können. Man macht sich damit einfach nur kaputt. Auch wenn man denkt, dass einem das selbst nicht passieren kann, dass man rechtzeitig aufhört...das stimmt nicht. Wenn man einmal drin ist, kommt man nur schwer wieder raus.

Wenn ihr die Vermutung habt, an einer ES erkrankt zu sein, dann geht BITTE zu einem Arzt und lasst euch helfen. Ich weiß, dass es euch Angst macht und ihr das vielleicht nicht wollt, aber es ist einfach besser so. Das Leben ist zu wertvoll, als dass man es sich damit kaputt machen sollte. Ihr seid absolut perfekt, egal wie ihr ausseht! 



—«•´¨*•.¸¸.* ..::**: Zeitreise :**::… *.¸¸.•*¨`•»—
So und auf Wunsch hin berichte ich euch hier auch ein wenig von meinem gestrigen Tag. Ich habe meine kleine Schwester nach fast zwei Jahren wiedergesehen, da ich mich in den letzten Jahren von meiner Familie komplett zurückgezogen habe, war das ein ziemlich großes Ereignis für mich. 

>>Nach einer ziemlich kurzen und schlaflosen Nacht wache ich auf. Und sofort ist mir schlecht. Ich bin extrem nervös. Heute steht das Treffen mit meiner Schwester an und ich habe Angst. Davor, wie es laufen wird. Davor, was sie über mich denkt. Früher, da standen wir uns ziemlich nahe. Wir konnten über alles reden, hatten viel gemeinsam. Aber dann entwickelten wir uns in völlig unterschiedliche Richtungen und als wir uns das letzte Mal gesehen haben, hatten wir uns nichts mehr zu sagen. Was, wenn es heute wieder so wird?
Mechanisch schleppe ich mich ins Bad und versuche, die Nervosität und die Müdigkeit wegzuduschen. Wirkt nur wenig. Heute ist Montag. Ich wollte mich ja wiegen. Entkleidet steige ich auf die Waage und wünsche mir, ich hätte es nicht getan. Zunahme. Überrascht mich nach der ganzen Fresserei eigentlich nicht, trotzdem fühle ich mich schlecht, weil ich eigentlich schon unter 76 sein wollte. Egal.
Den Vormittag verbringe ich damit, mir auszumalen, wie das Treffen laufen könnte und damit, mich genau davon abzulenken. Beantworte Fragen auf Ask, spiele auf meinem 3DS, gammle in Foren herum. Und plötzlich ist es schon Zeit, sich fertig zu machen. Ich ziehe mich drei Mal um, nichts davon passt mir und ich sehe in allem blöd aus. Entscheide mich dann für Outfit Variante Nummer eins und gehe ins Bad, um meine Haare irgendwie zu bändigen. Blicke auf die Uhr, kurz nach halb drei. Gleich ist sie da, noch fünf Minuten. Mein Herz rast, mein Körper zittert und ich habe das Bedürfnis, mich zu übergeben. Habe aber noch nichts gegessen, weil wir ja ins Kino wollen.
Schnappe mir den vollen Müllsack, stecke mir Kopfhörer ins Ohr und gehe nach unten. Und da steht sie schon. Meine wunderschöne, perfekte kleine Schwester, mit der Traumfigur, den schönen Haaren, dem hübschen Gesicht. Einen Moment lang fühle ich mich richtig schlecht. So fett und hässlich neben ihr. Als wir uns umarmen, fühlt es sich gleichzeitig vertraut und fremd an. Das erste, was ich zu ihr sage? "Du bist groß!" Wow. Zunächst gehen wir schweigend nebeneinander her. Ein Sturm an verschiedensten Gefühlen ist in mir ausgebrochen, ich freue mich unheimlich, sie zu sehen. Die Unsicherheit wird weniger, als wir anfangen, miteinander zu sprechen und ich stelle fest, dass es fast wieder so ist wie früher. Wir haben uns viel zu erzählen, viel ist passiert in den zwei Jahren. Ich erfahre Dinge, die mich schockieren und Dinge, die mich erfreuen. Mein Stolz auf sie wächst. Sie hat ihr Leben so toll hinbekommen und ich freue mich unglaublich für sie, dass es so gut läuft.
Wir kommen im Kino an, sie lädt mich ein. Mir ist das immer unangenehm, wenn ich eingeladen werde. Besonders bei meiner jüngeren Schwester, haha. Wir holen die Karten und Popcorn und gehen dann nochmal raus, weil sie rauchen will. Sie war 16, als sie angefangen hat und damals war ich recht schockiert darüber. Wir unterhalten uns weiter und jetzt bringt sie mich auf den neuesten Stand, was meine anderen Geschwister angeht. Wir gehen rein und setzen uns auf unsere Plätze. Unser Thema schwenkt um auf Geistergeschichten und verlassene Gebäude. Ich bin mehr als froh drüber, dass wir zumindest das noch gemeinsam haben. Neben uns sitzen zwei ältere Damen, die sich drüber beschweren, dass wir während der Werbung reden. Ich werde frech, weil mich das nervt. Sollen die sich halt woanders hinsetzen. Bei sowas werde ich  immer schnell aggressiv.
Als der Film anfängt, verfallen wir für 126 Minuten in Schweigen. Ich mag den Film, er ist lustig. Und spannend. Und toll. Der Film ist zu Ende und wir verlassen das Kino, greifen das Thema von vorhin wieder auf. Als wir die Abkürzung durchs Gras nehmen, werde ich von einer Hummel gebissen. Autsch, das tut weh. Aber nur kurz. Das Tierchen wird vorsichtig vom Fuß gewischt und wandert weiter. 
In der Stadt zurück, setzen wir uns noch zu einem Cafe. Sie isst einen Toast und ich trinke mein Soda Zitrone. Die Sonne geht langsam unter und die Hitze wird weniger. Wir reden über die entfernteren Verwandten, über die Familie an sich, sie erzählt mir noch was von ihrer Arbeit auf Festivals. Ich bin ein wenig neidisch, aber ihr Leben läuft super und das freut mich. Dann schwelgen wir in Erinnerungen an unsere Kindheit. Das macht viel Spaß, damals war es noch einigermaßen unbeschwert und wir hatten nur wenige Sorgen. Bald ist es für sie schon Zeit, zum Zug zu gehen und ich begleite sie zum Bahnhof, wo wir uns die Wartezeit damit vertreiben,  noch mehr zu reden. Und ich hab ständig Fotos von ihr gemacht, was sie nicht sonderlich gefreut hat, haha. Aber es fällt mir einfach so schwer zu glauben, dass sie bald schon neunzehn wird..für mich ist sie immer noch die Kleine. Und das wird sie wohl auch ewig bleiben. Als sie in den Zug steigt, überkommt mich etwas Wehmut, weil ich weiß, dass wir uns so schnell sicher nochmal nicht wiedersehen. Doch der Tag an sich war einfach großartig und ich bin froh, dass ich hingegangen bin. Nein, ich bin froh, dass sie es nochmal versucht hat und sich bei mir gemeldet hat!<<

Sehr gern würde ich hier unser gemeinsames Foto dran hängen, aber geht ja leider nicht. Jedenfalls habe ich es keine Sekunde lang bereut, mich meiner Angst zu stellen. 

Ich wünsche euch einen schönen Tag, ihr Lieben xx. 
Ps: Würde mich freuen, wenn ihr mir was als Kommentar oder in der Shoutbox hinterlasst :3 <3


Sonntag, 31. August 2014

Kompliziert.

Ich bin irgendwie gefrustet, weil ich nur 100 Gramm abgenommen habe, dabei sollte ich denken: Was, 100 Gramm? Obwohl ich nicht bewusst abnehme? Juhu. Tue ich nur leider nicht. Ich denke nur, es ist zu wenig, für das, was ich gestern gegessen habe. Was steige ich auch wieder jeden Tag auf diese blöde Waage?

Ich weiß nicht, was ich so wirklich schreiben soll, aber weil gestern zweimal die Frage danach aufkam, ob heute ein neuer Post kommt, wollte ich das auch gerne erfüllen. Ich freu mich einfach riesig, dass jemand Interesse dran zeigt, haha.
Der heutige Post hat eher wenig mit Essen zu tun, sondern eher mit meiner Persönlichkeit. Wenn euch das also nicht interessiert, würde ich hier aufhören zu lesen.

Die verschiedenen Gesichter des Ich's

Viele Menschen, die mich länger und/oder persönlich kennen sagen, dass es ihnen vorkommt, als hätten sie es mit mehreren verschiedenen Menschen zu tun. Nachdem ich darüber lange nachgedacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das sogar irgendwie stimmt. Das hier sind meine verschiedenen Ich's, die ich sogar benannt habe, um sie trennen zu können, haha.

Remy~ die starke, kämpferische Seite. Die, die stets optimistisch ist und sagt "Du schaffst das, du kannst das!" Sie ist direkt und nimmt kein Blatt vor den Mund, kümmert sich auch nicht groß um das, was andere von ihr halten.

Isabelle~ die ruhige, unsichere Seite. Sie hilft am liebsten anderen, ist aber selbst voller Selbstzweifel. Sie denkt für andere positiv, für sich selbst aber negativ. Sie liebt Schönheit und ist der Meinung, dass alles und jeder schön ist - außer sie.

Ellie~ die herrische, intrigante und sehr schlechte Seite. Sie hält Selbstzerstörung für das einzig Richtige. Ihre Lieblingssätze sind "Hungere! Verletze dich! Bestrafe dich!". Diejenige, die als Gewinner aus einem Kampf hervorgehen will, der keine Sieger hat und Leben kostet. Sie ist diejenige, die einreden will, dass man das Leben nicht verdient. Essen nicht verdient. Glück nicht verdient. 

Mein Außen-Ich~ nach außen hin bin ich selbstbewusst, direkt und recht fröhlich. Wenn man meine Narben nicht sieht, würde man nie auf die Idee kommen, dass ich gegen mich selbst kämpfe. Ich werde als nett, lebhaft und etwas verrückt (im Sinne von herzlich, spontan und laut) beschrieben.

Mein Innen-Ich~ innerlich hasse ich es, unter Menschen zu sein, weil es mir furchtbare Angst macht. Ich habe das Gefühl, dass jeder mich verspottet und über mich lacht und dass ich nichts kann und nichts bin. Mein Innen-Ich lebt eng mit Ellie und Isabelle verbunden.


Klingt verrückt, was? So fühlt es sich aber auch an. In meinem Kopf herrscht einfach  niemals Stille, genauso wenig wie in meinem Inneren. Ich bin immer in Aufruhr und zusätzlich zu meinen Stimmungsschwankungen ist das echt ermüdend. Aber wie sagt man so schön? Der Mensch gewöhnt sich an alles. Angeblich.

Dann habe ich noch zwei Neuigkeiten für euch. Der Blog hat jetzt zwei weitere Seiten~ Rezepte und Bilder, die zur Selbstakzeptanz animieren sollen. Guckt einfach mal rein, vielleicht gefallen sie euch und helfen euch.

Und ich habe nun eine Facebookseite erstellt, auf der ihr mich kontaktieren könnt, wenn ihr das möchtet. Die Thematik ist die Gleiche wie hier und auf Ask, dort könnt ihr mich aber auch anschreiben, wenn ihr jemanden zum Reden braucht oder Hilfe (ich ersetze natürlich keine professionelle Hilfe, aber versuchen werde ich es trotzdem). Schaut mal vorbei: Perfectly amazing and beautiful , ich würde mich freuen :)

So, ich glaube, das ist erstmal der letzte Post bis kommenden Sonntag. Am liebsten würde ich jeden Tag bloggen, haha.

Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag und einen super Start in die neue Woche. Bleibt stark und kämpft~ ihr könnt es! ♥ xx


Freitag, 29. August 2014

Ein kleiner Teufelskreis.

Als ich diesen Blog erstellt habe, dachte ich mir, ich möchte positive Gedanken verbreiten. Aber wie soll ich das machen? Ich kann euch sagen, dass ihr perfekt seid, so wie ihr seid. Das denke ich wirklich. Aber ich kann schlecht in jedem Post das selbe schreiben.

Auch so weiß ich nicht so wirklich, was ich überhaupt schreiben soll. Mein alter Blog drehte sich schließlich um meine Gedanken und Gefühle und die waren und sind immer noch relativ negativ. Mein alter Blog ging um's Abnehmen und das auf sehr ungesunde Weise. Auch das will ich hier nicht schreiben oder gar wieder machen. Gleichzeitig denke ich mir, dass es wohl keinen interessiert, was ich hier schreibe, wenn es nicht etwas ist, mit dem sie sich identifizieren können. Es ist jedoch nunmal so, dass ich gerne blogge und meine Gedanken teile, egal wie unregelmäßig das auch sein mag.
Daher wiederhole ich: Wenn ihr über etwas Bestimmtes lesen wollt, lasst mir eure Wünsche da.

Heute geht es darum, euch zu zeigen, dass es schwer ist, einem Teufelskreis wie "Ana" zu entkommen. Ich bereue es sehr, damit überhaupt angefangen zu haben, obwohl ich es besser wusste und die Auswirkungen vorher gekannt habe. Ich bin zum Glück nie richtig in die Magersucht gerutscht, weshalb mir einiges einfacher fällt, als es wirklich Erkrankten ergeht (an dieser Stelle: Kämpft! Es lohnt sich und ich weiß, dass ihr es schafft ♥). Dennoch musste ich gerade gestern wieder merken, dass es mir schwer fällt, obwohl ich eigentlich relativ fern der Krankheit bin.

Am Montag stieg ich auf die Waage, obwohl ich mir geschworen hatte, es erst zu tun, wenn ich mir sicher sein kann, beim Anblick der Zahl nicht wieder rückfällig zu werden. Ich sagte mir, bis zu 83 ist es in Ordnung. Natürlich zu viel, aber eigentlich in Ordnung. Da stand 79,8. Wenigstens unter 80. Es war gut so, ich war relativ erleichtert und konnte damit leben. Dachte ich. Scheinbar hatte mir die Zahl aber den Appetit verdorben oder den Hunger vertrieben, ohne es wirklich zu wollen, habe ich wieder viel weniger gegessen als zuvor. Überschlagen unter 1000 Kalorien. An sich nicht schlimm, weil ich kaum Bewegung habe. Alles Bestens.
Dann habe ich gestern den Fehler gemacht, wieder auf die Waage zu steigen. 77,6. Zwei Kilo abgenommen, ohne groß etwas dafür zu tun. Abends hatte ich sogar 77,4. Hatte einen Schokodonut und Orekokekse gegessen. Da fing der Teufelskreis wieder an. Abendessen oder nicht? Vielleicht kann ich ja weiter abnehmen. Schweren Herzens entschied ich mich, zu essen. Denn schließlich will ich ja wegkommen davon. Danach hatte ich so ein schlechtes Gewissen, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte, die Zahlen hämmerten nur so in meinem Kopf. 
Nachdem ich meinen Freund zum Bahnhof gebracht habe, mechanisch wieder auf die Waage gestiegen. 77,5. Der Gedanke: Hättest du Abends nicht mehr gegessen, dann wäre es jetzt weniger.

Heute wird ein harter Tag. Ich werde das ganze Wochenende allein sein und ich sehe schon jetzt, dass ich versuchen werde, so wenig wie möglich zu essen. Und gleichzeitig versuchen werde, mehr zu essen, weil ich nicht zurück will.

Was ich damit sagen will: Wenn man einmal anfängt, ist es egal, wie weit man reinrutscht. Es kann sehr, sehr schnell passieren, dass es einen nicht mehr loslässt. Ich bin übergewichtig. Eindeutig zuviel. Ich habe immer wieder aufgehört und wieder angefangen, war aber nie richtig gefährdet. Und trotzdem verfolgt es mich immer noch.
Fangt niemals mit diesem Mist an.
Niemals.
Wenn ihr wirklich zuviel wiegt, nehmt gesund ab. Nehmt mit ärztlichem Rat ab. Aber lasst euch nicht von diesem Pro Ana Scheiß einlullen. Es nimmt euch euer Leben weg. Ihr seid gut so, wie ihr seid.

♥xoxo